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Essen und Trinken in der Südsee von Carla Schenk
BON APPETIT! Was bietet Polynesien aus kulinarischer Sicht dem weitgereisten Gast? In den Hotels und Restaurants wird hauptsächlich französische Küche angeboten, außerdem gibt es einige chinesische Lokale und Pizzerias. Aber ein typisch polynesisches Essen bekommt man nur privat, entweder auf Einladung einer einheimischen Familie oder auf Bestellung.
Die Gäste werden mit Kränzen
aus Frangipani- oder Tiare-Blüten geschmückt und das Familienoberhaupt spricht
ein kurzes Gebet. Die mit Blumen verzierte Tafel ist üppig beladen. Angeboten wird, was die Natur auf diesen Inseln bietet, alles fangfrisch und naturbelassen: Poisson cru (roher Fisch), das Nationalgericht der Tahitianer, gebackener und gegrillter Fisch mit selbstgemachter Mayonnaise, zarte, kleine Langusten, Oktopus oder Mördermuscheln, und ein Fleischgericht, meistens Huhn oder in seltenen Fällen gebratene Tölpel.
Gegessen wird mit den Fingern, nur uns „popaas“ (Ausländern) gibt man ein Besteck. Nach dem Essen holen die Einheimischen ihre Gitarre und Okulele um die Gäste mit ihrer hübschen Musik und romantischen Gesängen zu erfreuen.
Wie kommt man zu der Kokosmilch? Wenn die Südsee-Insulaner von Kokosmilch sprechen, meinen sie nicht etwa das Kokoswasser, dass aus der noch unreifen Nuss mittels Strohhalm als erfrischendes Getränk angeboten wird, nein, so einfach ist das nicht! Die Nuss muss reifen, das Kokoswasser zieht weitgehend in das Fleisch, das dadurch härter, dicker und aromatischer wird. Dieses fein gerieben, mischt man mit dem Kokoswasser und 400 ml Wasser oder Milch, lässt das Ganze 15 Minuten ziehen, erhitzt es kurz und presst es durch ein Tuch. Was da rauskommt, ist die Kokosmilch. So wird sie auch heute noch, wie vor hundert Jahren, auf den Südsee-Inseln hergestellt. Einfacher geht die Arbeit mit dem Mixer. Man gibt das kleingeschnittene Fleisch einer Kokosnuss zusammen mit dem Kokoswasser und 400 ml Wasser nach und nach in den Mixer und wenige Minuten später haben wir eine dickliche Flüssigkeit. Die Kokosmilch braucht dann nur noch abgepresst werden. Wird das geriebene Fleisch der Kokosnuss ohne Zugabe von Flüssigkeit ausgepresst, erhält man eine kleine Menge Kokoscreme, die statt Sahne den Cafe verfeinert oder zu Süßspeisen gereicht wird. Geriebenes Kokosfleisch zusammen mit Kokoswasser eignet sich für die Herstellung von Reis-, Fleisch- und Fischgerichten. Besonders gut passt das feine Aroma der Kokosnuss zu Huhn, Langusten und Shrimps. Unter vorgehaltener Hand wird erzählt, dass die Polynesier Hunde essen,
was durchaus glaubhaft ist, denn selbst auf Motus, auf denen nur wenige Menschen
leben, gibt es eine Vielzahl von Hunden. Aber machen Sie sich keine Sorgen, dass man Ihnen einen gekochten
Hund auf den Tisch stellt! Die Polynesier kennen unsere Abscheu vor Hundefleisch
und respektieren das. Übrigens ist das Schlachten von Hunden in Polynesien
gesetzlich verboten. TAMAARA’A
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